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Drei lieder der Ophelia  op.67

R.Wagner (1918)

Wie erkenn' ich mein Treulieb

 

Wie erkenn’ ich mein Treulieb
Vor andern nun?
An dem Muschelhut und Stab
Und den Sandalschuh’n.

Er ist tot und lange hin,
Tot und hin, Fräulein.
Ihm zu Häupten grünes Gras,
Ihm zu Fuß ein Stein.—O, ho!

Auf seinem Bahrtuch,

weiß wie Schnee,
Viel liebe Blumen trauern:
Sie gehn zu Grabe naß, o weh,
Vor Liebesschauern.

 

 

Guten Morgen, 's ist Sankt Valentinstag

 

Guten Morgen, ’s ist Sankt Valentinstag,
so früh vor Sonnenschein
Ich junge Maid am Fensterschlag
will euer Valentin sein.

Der junge Mann tut Hosen an,
tät auf die Kammertür
ließ ein die Maid, die als Maid
ging nimmermehr herfür.

Bei Sankt Niklas und Charitas,
ein unverschämt Geschlecht!
Ein junger Mann tut’s wenn er kann,
Fürwahr, das ist nicht recht.

 

Sie sprach: Eh’ ihr gescherzt mit mir,
verspracht ihr mich zu frei’n.
Ich bräch’s auch nicht, bei’m Sonnenlicht!
wär’st du nicht kommen herein.

 

 

Sie trugen ihn auf der Bahre bloss

 

Sie trugen ihn auf der Bahre bloß,
leider ach leider den Liebsten!
Manche Träne fiel in des Grabes Schoß:
Fahr’ wohl, meine Taube!

 

Mein junger frischer Hansel

ist’s der mir gefällt,
Und kommt er nimmermehr?
Er ist tot, o weh!
In dein Todbett geh,
er kommt dir nimmermehr.

Sein Bart war weiß wie Schnee,
sein Haupt wie Flachs dazu:
Er ist hin, er ist hin,
kein Trauern bringt Gewinn:
mit seiner Seele Ruh!

Und mit allen Christenseelen!

darum bet’ ich!—
Gott sei mit euch.

How shall I know my true love

 

How shall I know my true love
From others now?
By his cockle hat and staff
And his sandal shoes.

He is dead and long gone,
Dead and gone, lady!
At his head green grass,
At his feet a stone. O, ho!

On his shroud

white as snow
Many sweet flowers mourn.
They’ll go wet to the grave, alas,
With true love’s showers.

Good morning, it's St Valentine's Day

 

Good morning, it’s St Valentine’s Day,
so early before sunrise.
I, young maid at the window,
shall be your Valentine.

The young man put trousers on,
opened up the chamber door,
let in the maid who as a maid
departed nevermore.

By St Nicholas and Charity,
what a shameless breed!
A young man does it when he can,
which is, forsooth, not right.

 

She said: before you trifled with me,
you promised to marry me.
I’d not, by sunlight! have broken my word,
if you had not come in.

They bore him barefaced on the bier

 

They bore him barefaced on the bier,
alas, alas, the dear one!
Many a tear dropped in the grave—
Farewell, farewell, my dove!

My bonnie sweet Robin

is all my joy

and will he come never more?
He is dead, ah woe!
To your deathbed go,
he will come to you never more.

His beard was white as snow,
his head was like flax.
He is gone, he is gone,
nothing comes of mourning:
may his soul rest in peace!

With all Christian souls!

That is my prayer! –
God be with you!

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